Der Frühling kehrt ein und mit ihm kommt vermehrt die Motivation zu „mehr“. Mehr wandern, mehr Ideen, mehr Bilder, mehr Menschen, mehr Situationen … was auch immer. Das erste Mal in meinem Leben rieche ich die Freiheit. Spüre die Sonne im Gesicht. Fühle mich besser. Günther gibt mir die Zeit, die ich brauche, ebenso umgekehrt. Die letzten zwei Jahre waren mehr wie hart. Für uns beide. In regelmäßigen Abständen spielen meine Gedanken in die Vergangenheit zurück verrückt. Erneut versuche ich, den Irrgarten der Erfahrungen zu schlichten, was mir teilweise gelingt. Ein jedes Mal steigert sich die Gleichgültigkeit in meinem Empfinden. Und dabei meine ich die „Gleichgültigkeit“ im Sinne der gleichen Gültigkeit. Weder gut noch schlecht – möchte ich hiermit sagen.
Im Grunde hat dies aber nichts mit den selbst konstruierten Trainingshilfen von mir zu schaffen. Allein vom gesundheitlichen Aspekt, welchen ich damals via Heilmasseurin lernte, ist „Nordic Walking“ – wenn man es nach ärztlicher oder physio-therapeutischer Anweisung beherrscht – ein Weg zur Gesundung. Da ich bei der ersten Reha es versuchte und mit den Stöcken dabei aber nicht klar kam, hatte ich eine andere Idee, die trotzdem helfen würde.






Anfangs probierte ich, die Pump-Bewegung der Stöcke nachzuahmen. Das gelang nur im bescheidenen Ausmaß. Dabei half mir das Spielen mit der Katze. Den Ball, welchen ich ihr häkelte, an dem ein Band aus Luftmaschen daran gebunden war. Die Kugel stopfte ich mit Watte aus, damit sie sich nicht verletzte. Doch anregender war hingegen die Schnur. Habe ich für mich nicht erwartet. Und nach einiger Zeit wurde eine Idee daraus geboren. Eine Art Ersatzgriff wäre hier angebracht. Und kaum habe ich mir diesen in Gedanken ausgemalt, schon war die Stunde geschlagen, um die Wolle zu kaufen und drauflos zu häkeln. Ja, kaufen. Mein Vorrat an Wolle geht schon bald zu neige. Kleine Sachen kann ich zwar noch machen. Das aber beschreibe ich zu einem anderen Zeitpunkt.
„Tunesisch Häkeln“ war hier mein Plan. Etwas Buntes und eine lange Nadel wolle her. Das Muster ist für manche sicher bekannt. Mit der 3er-Nadel gab ich mein Bestes … mit einem Gummiband umwickelt, damit ich in den Fingern ein verfeinertes Gefühl erzeugte.
Für die Schlaufen der Handgelenke habe ich mit elf Luftmaschen angefangen. Nach der elften wird in die zweite Luftmasche hinein gestochen, den Faden hervorgeholt und auf der Nadel belassen. Danach wird die nächste der Luftmaschen, bis alle zehn Maschen auf der Nadel aufgenommen wurden, herangezogen. Somit werden die ersten zwei Maschen von links nach rechts wieder zusammengehäkelt und in weiterer Folge, jede Masche einzeln mit der letzten abgehäkelt. Es gibt sicher einige Youtube Videos zu finden, wenn jemand Lust hat diese Technik zu erlernen. Die Farben und das variable Muster sprechen mich an, um mehr zu erschaffen.
Bei der Länge der Schlaufen für die Handgelenke ist das so eine verflixte Sache. Nein. Es ist nicht so arg, wie es sich´s anhört. „Eine Reihe“ betitle ich hiermit als „hin und zurück“. Die Anzahl dieser sind pro Henkel 75.
Für das jeweilige Griffstück entschied ich mich, 30 Luftmaschen anzuschlagen und im selben Stil 24 Reihen „hin und zurück“ zu häkeln. Die damit entstandene Rechtecke habe ich via Zylinderform zusammengenäht. Dabei blieben vorerst die Öffnungen frei.
An der jeweiligen Füllung probierte ich einiges aus. Zuerst kamen mir die abgeschnittenen Nähten von alten Jeans in den Kopf, welche ich, so fest wie es möglich war, hineinstopfte. Und trotzdem war mir das zu weich. Es folgten zwei Holzstücke als Kern der Sache mit den Stoffresten ummantelt. Die Öffnungen nähte ich mit jedem Ende der Schlaufen „fast“ vollständig zu. Zum Waschen gebe ich die Holzstäbe nicht in die Waschmaschine.
Je wie die Laune ist, setze ich dabei beim Wandern die Muskelpartien variabel ein, wie es mir eben beliebt. Wobei dies mit Laufband besser gelingt, diese zu fokussieren. Meiner Erfahrung nach, berichte ich euch somit den Muskelkater der angenehmen Art.
Das Gefühl des wiederholten Händedrückens und der regelmäßigen Ruhephasen diente meiner Muskulatur zu ihrem Zwecke. Für was haben wir sie denn? Die Arme und Hände, sogar der obere Rücken und Teile der Hals- und Brustwirbelsäule kamen zu ihre Kosten. Und die „Faust-Pumper“ haben ebenso eine fördernde Pumpbewegung, welche dem Herzen dienlich ist und somit ihr Maß der Sache „eine Variation von Nordic Walking“ erfüllt.
Doch bringe ich hier zum informativen Guten, dass ich weder ein Arzt oder Physiotherapeut oder Sportwissenschaftler bin. Eigenverantwortung ist hier das Ziel der Übung. Falls jemand Interesse an den nutzbringenden Stücken hat, stehe ich per Mail gerne zur Verfügung.
Liebe Grüße!
Manuela Riegler, 30. März 2025


