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tschatschabing > Blog > Outdoor > Von Reinersdorf durch den Winkelwald, mit Aussicht
Outdoor

Von Reinersdorf durch den Winkelwald, mit Aussicht

Günther
Aktualisiert am 11. Juli 2025 18:23
von Günther
Veröffentlicht am 21. Februar 2025
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14 Min
Bild Index 1/48
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„Training-Day“. Unter dieses Motto wollten wir den heutigen Tag stellen. Das Wetter passte zum Wandern und auch eine Tour hatten wir schon ausgewählt. Heute sollte es nach Reinersdorf gehen. In den südöstlichen Teil des Bezirks Güssing. Dorthin, wo sich quasi Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen.

Die Tour auf Komoot:

Obwohl, das war eigentlich ein wenig ungerecht. Ja, der Ort liegt wirklich ziemlich abseits und gleich an der Grenze zu Ungarn. Und ja, der Ort ist verschlafen und beschaulich. Aber der Ort hat auch etwas Urtümliches. Hier scheint irgendwie die Zeit stehen geblieben zu sein.

Manuela fest eingepackt

Und das wiederum muss in unseren heutigen, stressigen Tagen, absolut nichts Schlechtes heißen. Vielmehr kann man hier richtig entschleunigen und innehalten.

Aber genau das wollten wir heute ja eigentlich nicht. Wir wollten uns bewegen und unser Kreislaufsystem mit positivem Stress versorgen. Also rein ins Auto und ab an die Grenze.

Die Parkplatzsuche gestaltete sich für diese Tour etwas problematisch. Als Verbindungsroute, zweier meiner Touren, die ich bereits gegangen war, führte die Strecke heute durch keinen Ort direkt hindurch. Was uns aber erwartete, war viel Wald und eine tolle Aussicht.

Zunächst durch den Wald

Also fuhren wir in den Wald hinein und sahen uns hier nach einem Parkplatz am Straßenrand um. Und wurden schnell fündig. Im gepflegten Winkelwald findet man auch gute Parkmöglichkeiten, gleich neben der Straße.

Nachdem wir uns wetterfest ausgerüstet hatten, starteten wir auch schon. Zunächst nach Süden, Richtung Reinersdorf, auf dem asphaltierten Güterweg, der Reinersdorf mit Heiligenbrunn verbindet, durch den Wald. Und unser Start verlief heute durchaus angenehm. Leicht bergab marschierten wir bald wieder aus dem Wald hinaus.

Vor uns öffnete sich das Stremtal und gab einen ersten Panoramablick frei. So richtig „typisch Südburgenland“. Diese sanft geschwungenen Hügeln mit Wiesen, Felder und Wald. Und dazwischen die berühmten Streusiedlungen. Gefällt uns.

Erstmals schöne Aussicht

Bereits nach wenigen Metern über freies Land mussten wir aber links abbiegen. Bei der Pferdekoppel, die wir nun passierten. Hier standen grade fünf schöne Vertreter der Spezies, allesamt windgeschützt an der Wand des Stalls. Fragt mich aber jetzt nicht, um welche Rasse es sich handelt. 

Bei mir sind entweder alle Araber, Haflinger oder Ponys. Wobei ich nur die letztere Rasse näher ausmachen kann. Aufgrund ihrer geringeren Größe. Aber da gibt es ja auch wieder Unterarten. Nein, ich glaube zum „Pferdeflüsterer“ werde ich wohl nie werden.

Die „unbekannten“ Rassen

Will ich ja im Grunde auch gar nicht. Hatte da einmal ein Erlebnis, in meiner Jugend. Als mich ein Freund, dessen Eltern ein paar Haflinger in einer Koppel hatten, dazu motivierte doch mal auf eines der Pferde hinauf zu setzen. Ohne Sattel versteht sich. Als ich dann endlich oben saß, war gar nicht so einfach war, gab er dem „possierlichen Tierchen“ einen Klapps, sodaß es sich in Bewegung setzte. Ich versuchte mich irgendwie festzuhalten, was mir auch ganz gut gelang.

Allerdings wollte ich irgendwann stehen bleiben und ich rief zu ihm rüber: „Wie halte ich den jetzt an?!“
„Einfach an der Mähne ziehen!“, kam als Antwort.
Das tat ich dann auch. Jeder, der Pferde kennt, weiß vermutlich was nun folgte. Der gute Gaul hob seine vorderen Beine in lichte Höhen und Günther rutschte rücklings herunter, schön fest auf dem eigenen Popsch landend. Dies zum Gelächter der anwesenden Freunde, die natürlich genau wussten, was auf meine Handlung folgen würde.

nun geht’s aufwärts

Nach einem kurzen Moment der Planlosigkeit und der Entscheidung, ob ich dem Urheber nun mit der Mistgabel nachlaufen sollte, entschied ich mich aber diesen Scherz hinzunehmen und lachte ebenso. Passiert war ja nichts, ausser das meine Hose ein wenig … sagen wir braun war. Dank eines Pferdeapfels war ich so „weich“ gefallen.

Nicht sag wir müssen da rauf!

Oh doch!

Manuela war jetzt nicht gerade begeistert, aber kurze Anstiege bereiten auch ihr mittlerweile ja keine Probleme mehr. Körperlich halt. Bloß der Kopf wehrt sich da nach wie vor noch ein wenig. Und im Grunde war ihre Reaktion ja auch ein wenig ihrer innerlichen „Drama-Queen“ geschuldet. Wir waren die Streckenführung ja am Mac durchgegangen und wussten, was uns hier erwartet.

Müssen wir da wirklich rauf?!?

Auf den nächsten 300 Metern warteten nun 10% Steigung darauf, absolviert zu werden. Und das machte jeder von uns in seinem eigenen Tempo. Während ich eher der „Stampfer“ bin, der solche Abschnitte lieber schnellen Schrittes hinter sich bringt und dabei oft auch mal eine kurze Verschnaufpause einlegt, um wieder zu Atem zu kommen, ist Manuela eher die gemächliche Walkerin, die aber dadurch auch meist mit weniger Pausen auskommt. So hat jeder seins.

Mir beschert dies dann meist die Möglichkeit, meine Gefährtin dabei knipsen zu dürfen, wenn ich bereits weiter vorne auf sie warte. Über die dabei entstandenen Bilder samt Grimassen amüsieren wir uns dann nachher gemeinsam, beim Fotos angucken zu Hause. Ebensolches war nun auch wieder der Fall.

Warten auf meine Gefährtin

Aber jede Steigung hat auch irgendwann wieder ein Ende und so waren wir beide nach einer knappen halben Stunde auch am vorerst höchsten Punkt angekommen. Der Wald präsentierte sich hier eher lichtdurchflutet, die Bäume stehen weiter auseinander und in Summe wirkt der Winkelwald hier durchaus gepflegt und gesund.

Und bei uns geht es jetzt wieder bergab. Fast genauso steil wie vorhin bergauf. Was sich angenehm anhört, geht aber auch ganz schön in die Wadeln. Wer ebenso gerne wandert weiß, dass starke Gefälle fast mehr in die Beine gehen als die starken Anstiege. Wir nehmen das Ganze, wie es ist: Da müssen wir durch.

Hinab zum Schotterweg

Auf diesem Abschnitt ist der Waldboden zunächst auch etwas tiefer und mit Blättern übersät, bevor er sich zu einem furchigen Vertreter seiner Art verwandelt, wo man aufpassen muss nicht abzurutschen oder umzuknicken. Doch diese beiden Kelche gehen heute gottlob an uns vorüber und bald sind wir wieder auf einem richtig, festen Schotterweg angekommen.

Hier, bei Streckenkilometer 1,8 müssen wir uns nun links halten. Diesen Abschnitt kannte ich bereits aus einer meiner vergangenen Touren. Es wird nun wesentlich bequemer, zu gehen, aber es folgt jetzt auch wieder ein weiterer Anstieg. Zwar nicht so extrem wie der erste, aber immerhin.

„Es warat wegen dem Kreislauf!“
„Rutsch ma doch afoch den Buckel runter.“

Aus der Rubrik: Romantischer Talk unter Gesundheitsaposteln.
Jetzt ein wenig angenehmer

Aber wiederum mehr scherzhaft als ernst gemeint. Auch Manuela ist heute gut gelaunt und weiß ja, das ist quasi der letzte gröbere Anstieg, dann wird’s richtig gemütlich. Sie findet dabei sogar Zeit die ersten Frühlingsboten am Wegesrand zu entdecken. Gelbe Primeln recken sich hier schon aus dem Waldboden empor. Die habe ich, mal wieder, komplett übersehen.

Aus diesem Grund gehe ich zum Beispiel auch nicht Schwammerl suchen. Ich bin eher der, der drauf tritt, bevor er sie sieht. Andererseits kenne ich die Sorten auch nicht wirklich auseinander. Wer weiß, wie viele Krankenhausaufenthalte mir (oder uns) dadurch schon erspart geblieben sind. 

Potschert sein kann Leben retten!

Erkenntnis eines Anti-Schwammerl-Suchers.
Panoramablick

Etwa nach 45 Minuten Wanderzeit am heutigen Tage treten wir, nach erfolgreicher Bewältigung der Steigung, bei Kilometer 2,35 aus dem Wald heraus und werden mit einem tollen Panorama belohnt. Die quasi „Hochebene“ des Hochbergs breitet sich vor uns aus. Sofern es nicht vermessen ist im Burgenland von Hochebenen zu sprechen. Wir sind nun im Hotter von Heiligenbrunn unterwegs.

Am gegenüberliegenden Hügel sehen wir auch die Kapelle, an der ich bereits gerastet hatte. Aber da werden wir heute nicht vorbei kommen. Unsere runde Route führt unten, zwischen den beiden Hügeln links weg, abermals hinauf in den Winkelwald zurück. Aber zuerst geht es jetzt wieder bergab.

Heute gut drauf

Nach dem Wald wandelt sich auch der Untergrund und der Waldboden wechselt wieder zu Asphalt. Zwar nur eine kurze Strecke bis zur Talsohle aber immerhin. Hier bleiben wir auch für Fotosessions stehen. Zu verlockend ist die Aussicht um diese nicht, auf den Fotos, mit unseren beiden Gesichtern davor zu „bereichern“.

Ein paar lustige Momente später – „Schatz, etwas nach links. Nicht so weit. Und jetzt dreh dich. Nein in die andere Richtung“ (das gilt nun wechselseitig für uns beide) – später, haben wir die Talsohle bereits erreicht und halten uns hier, der Route am Handy folgend, nun an den Wiesenweg am Fuße der Weinberge.

Jetzt merken wir auch das erste Mal im heurigen Jahr die Kraft der Sonnenstrahlen und kommen ins Schwitzen. War es im Wald noch kühl gewesen, so kommt es uns nun, in der direkten Sonne, richtig warm vor. 

Schatz? Ich schwitze!
Schatz? Ich auch!

Aus der Rubrik: Situationsgeschuldeter, sinnbefreiter Dialog zwischen Wanderern.
Tolle Aussicht, leider dunstig

Abermals etliche Fotos später und wieder ein Streckenabschnitt weiter betreten unsere Wanderschuhe wieder Asphalt. Diesmal ein letztes Mal. Wir waren nun wieder am Güterweg angekommen, der uns zum Auto begleiten und leiten wird. Ebenso gesellte sich nun auch wieder ein alter Bekannter zu uns. Sein Name: Anstieg. Auf dieser Tour ein wirklich treuer Begleiter.

Nach gut einer Stunde Wanderung ist diese letzte Steigung aber nicht weiter von Belang. Zwar auch ansprechend, aber dank des Asphalts besser und angenehmer zu bewältigen als die Vorhergehenden. 

Und auch mit mehr Abwechslung verbunden. Zu unserer Linken grasen in einer Koppel drei, vier Pferde (natürlich „Araber“) und in einer weiteren vier, fünf Eseln (die kenne ich!). Rechts von uns macht sich eine Frau gerade geschäftig, mit einer Schere an Weinreben zu schaffen. Wir fragen nicht, was genau sie da tut, aber wir grüßen uns wechselseitig freundlich. Es bleibt bei unserer Spekulation, dass sie vermutlich schon die Reben beschneidet. Sagt man da so dazu?

Esel. Kenn ich … einige 😉

Nachdem wir noch ein paar schöne Fotos vom Panorama geschossen haben, verschwinden wir dann aber auch schon wieder in den Winkelwald hinein. Der Weg wird wieder flacher, erreicht sein Zenit und beginnt danach wieder abzufallen. Ein sicheres Zeichen, dass unser Ziel nicht mehr weit ist.

„Tierschutzhof Horsearound“. Nun wissen wir auch, wie der Name der Einrichtung lautet, zu der die Pferde und Eseln vorhin gehörten. So verkündet es ein Schild, bei dessen Zufahrt, am Wegesrand. Gute Sache. Auch Tiere haben eine Art „Pension“ verdient. Aber auf jeden Fall artgerecht behandelt zu werden.

Wohin fahren wir auf einen Kaffee?

Die wichtigeste Frage, nach einer gemeinsamen Wanderung.

Bloß, darauf hatte ich heute keine Antwort. Und im Grunde wollten wir beide ja auch nicht wirklich.

Ein letztes Mal aus dem Wald hinaus

Wir waren verschwitzt und zu Hause wartet die warme Stube mit frischem Kaffee auf uns. Also wird es hochoffiziell, während des Wanderns, auf dem finalen Kilometer zum Auto beschlossen: Heute geht’s direkt nach Hause.

Und so treten wir nach etwa 1 Stunde und 20 Minuten wieder aus dem Wald heraus, auf die große, einseitige, nach Norden gerichtete, Lichtung wo unser Auto parkt. Jetzt noch 300 flache Meter und wir sind wieder bei unserem treuen Vehikel angelangt. „Training-Day“ completed.

„Schatz, hörst du die Kaffeemaschine schon?“
„Ja, klar.“
Na dann, nichts wie nach Hause zwecks „Couching & Coffee“.

Alles liebe zu euch, bis zur nächsten Wanderung.

Günther Schranz, 21. Februar 2025

Info: Alle 48 Fotos dieser Tour findest du in der Galerie am Titelbild.

Die Geschichte vom Märchenwanderweg in Inzenhof
Eine entspannte Runde um den Stieberteich in Oberwart
Runde von Jennersdorf über Harterberg und Grieselstein
Eine Jennersdorf Raabufer Rundwanderung
„Zuckerwatte auf blau“ in Neustift bei Güssing
Links:Reinersdorf/Gemeinde HeiligenbrunnTierhilfe Horsearound
Quellen:WalkmanKomoot
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vonGünther
Begeisterter Wanderer und Bademantel-Fanatiker mit Hang zur Selbstüberschätzung. Kocht ausserdem gerne, ist leidenschaftlicher Autofahrer und vergräbt sich auch mal stundenlang vor dem Bildschirm um sich danach im vollbrachten Werk zu sonnen.
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