Der wundervollste Morgen

Günther
von Günther
2 Min

Es ist grad nicht leicht,
einen Lichtstrahl zu sehen,
zu viele Nebel, zu viel Dunst,
Momente vergeh’n.

Da war soviel Freude,
und zerkugeln vor Glück,
das hat sich gewandelt,
bleibt zurück.

Es ist dieser Schmerz, diese Ohnmacht, das Hoffen,
das Warten und Beten … einfach getroffen.
Der Zorn auf mich selbst, die Wut die mich nährt,
es läuft grad so irgendwie ganz verkehrt.

Die 1000 Küsse, die ich nie gab,
Momente die vorüber gingen,
1000 mal weniger umarmt,
nichts kann das wieder bringen.

Und doch, trotz dem Dunkel tief drinnen,
trotz der Stille zu Hause,
trotz des Schreis meiner Seele,
trotz des lautlosen Lärms …

… steht ganz unten, am Boden, verloren und klein,
ein zartes Pflänzchen, noch zerbrechlich,
streckt seine Blätter neugierig aus,
und wächst täglich.

Genährt von Hoffnung, getrieben von Kraft,
verschafft es sich Platz, verschafft es sich Macht,
will leben und wachsen, gedeihen und sein,
will nehmen und geben, kennt kein nein.

Kennt nur ein Ja, ein Ja zum Licht,
ein Ja zur Freiheit, Ja zum Ich,
ein Ja zum Leben, Ja zum sein,
ein Ja zum „dein“ ein Ja zum „mein“.

Ein Ja zum „wir“, zusammen sein,
zum glücklich sein, wieder vereint.
Und schau … das Pflänzchen wächst und wächst,
schon reckt ein Blatt sich frisch empor,
der Stamm wird stärker und gedeiht,
ich kann es sehen durch das Tor.

Ich seh die Blüte, klein und zart,
will sich schon öffnen, kann noch nicht,
es braucht noch Zeit, noch ein klein wenig,
und noch ein kleines bisschen Licht.

Und wenn die Blüte sich dann öffnet, 
mit einem Ruck zur vollen Pracht,
wenn Worte dieser Stille weichen,
das ist das Ende dieser Nacht.

Dann ist der wundervollste Morgen,
wenn Licht die Dunkelheit vertreibt,
das Strahlen das so unvergleichlich,
aus deinen Augen – immer bleibt.

Ich liebe Dich. Dein Gefährte.

Günther Schranz, 2. Juni 2023

Dieser Text ist Teil des Tagebuch einer Gehirnblutung | Tag 5

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Begeisterter Wanderer und Bademantel-Fanatiker mit Hang zur Selbstüberschätzung. Kocht ausserdem gerne, ist leidenschaftlicher Autofahrer und vergräbt sich auch mal stundenlang vor dem Bildschirm um sich danach im vollbrachten Werk zu sonnen.
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