Große Güte! Die Waage ist sowas von gemein. Nein, nicht wirklich. Sie zeigt ja nun zum zweiten Mal an, dass ich mich in letzter Zeit nicht im Griff hatte. Deshalb fange ich wieder von vorne an. Wie gesagt: „Macht nichts!“ Mein Schweinehund darf einfach mit. Scherz bei Seite.
Diese Tour auf Komoot:
Gestartet habe ich dieses Mal im Zentrum unseres kleinen Ortes mit linksseitigem Blick zu MexMotos. Das ist ein Motorradhändler mit Kawasakis. Äußerlich betrachtet hat er sich schon seinen Namen gemacht. Zumindest sieht es von der Weite so aus. Bleiben wir dabei, sonst bekommt meine Eine einen Guster. So schaue ich an mir vorbei und biege in die „Lange Leiten“ ein, bevor ich zu der Brücke über den „Lahnbach“ kommen würde.

Einen Kilometer schritt ich für meine Verhältnisse zügig dahin. Ein wenig zweifelnd sah ich auf die Uhr hinunter, um sicher zu stellen, dass ich mich nicht verhört hatte. Aber es war, wie es eben ist.
Leider währte die kleine Freude dieses Fortschrittes nur kurz. Der nächste Anstieg kommt so gleich. Trotz allem versuchte ich im Schritt zu bleiben. Doch es folgte des Schweißtreibends „letzter Akt“. Begleitet von der asphaltierten Straße, Häuser, Wiesen und Felder, kam ich mit endgültiger Puste über die Kuppe. Hm …
In Gedanken sah ich den Horizont vor mir. Bewundernswert ist die Natur. Die Sonne ließ sich nicht sehen, aber zauberte durch die Wolken einen unergründlichen Schein wieder. Zwei Damen walkten an mir vorbei. Freundlich grüßten wir einander. Und da, eine Nachzüglerin kam raschen Schrittes hinterher. Innerlich schmunzelte ich.

Schmunzeln deshalb, da ringsherum die Gärten, teilweise mit Drähte, eingezäunt waren. ‚OK‘, dachte ich mir. Hier haben sich die Reiter und Pferdeliebhaber niedergelassen. Für mich war es neu, dass sich Menschen, wie Nachbarn, nach einander niederließen und miteinander lebten.
Da höre ich im Kopf die Gedanken purzeln. Günthers Worte hallten nach. Und mach Unternehmer gesetzteren Alters war fast selbiger Meinung. Da draußen ist die Welt. Sie gehört uns. Damit meine ich im Sinne von sehen, verstehen und lernen. Wenn wir zu lange in der Gegend bzw. im Dunstkreis des Gleichen leben und nicht hinaus gehen, was erzählen wir zum Ende hin?
Aber was denke ich da bloß! Nicht alle Bauern sind sich gegenseitig etwas neidig, die im Ort ansässig sind. Nicht so, wie in anderen Gegenden in Österreich. Der Norden des Burgenlandes hat seine Abfärbungen der Noblesse des höheren Nordens Richtung der Hauptstadt greifbar vor Jahren eingeleitet.

Stop! Das Interesse folgt dem Blick der Kunst. Eine Eule sieht mir entgegen. Auf einer alten Scheune hing das Bild. Die Größe dessen, war in meinen Augen, enorm. Nachfolgend fotografierte ich die Wolken darüber, welches weiterhin dieses eigenartige Licht durchscheinen ließen.
Faszinierend sah ich vom „Narringberg“ entlang über Neustift. Das gefällt mir. In Richtung Güssing war nix großartiges zu sehen. Die Bäume verstellten die Sicht.
Ein Dach gab es, eine Wiese und wieder einen Wald. Wem das taugt, empfehle ich diese Tour. Falls jemand alleine die Route angeht – so wie meiner Eine – … an manchen Stellen war die Stimmung auf gewisse Art … eigen. Fast ein wenig gespenstisch.

Die Straße führte in Richtung Berg hinab. Nach aufkommender Unruhe wanderte ich an einem Gebäude mit den vielen Autos vorbei. Hier gab es so manche Autokennzeichen zu betrachten. Wie ich vom Haus vorbeimarschierte, kam ein kleiner Hund, welcher mit einem Mädel im Garten spielte, auf mich zu.
Ich versuchte, ihm keine Beachtung zu schenken, obwohl er meinte, dass er mir an die Wade hüpfen könne. Darauf wandte ich mich kurz um und wollte soeben mit dem sinnbildlichen Zeigefinger schimpfen, aber das blieb mir erspart. Ein paar Beller durfte ich mir anhören. Und dann war es still.
Paranoid?
Nein, nur „ganz normal“ verrückt.
Diese absolute Ruhe im Gegenzug zur Ahnung des beobachtet Werdens. Da soll einmal einer sagen, dass ich Paranoia hätte. Meiner Meinung nach haben sicher schon einige mehr so ein Gefühl erlebt, welches für sie nicht restlos „koscher“ war. Viele werden es abstreiten, sonst gelten sie ja als verrückt. Ein Blick zurück zeigte mir, dass ich alleine war. Hm … trotzdem war es komisch.

Egal. Wie´s kommt, so kommt´s. Dem Weg entlang folgend, kam rechter Seite ein Holzzaun mit Fast-Einfahrt. Sie war mit einem Gitterzaun abgesperrt. Die dahinterliegende Wiese bzw. Weide war mit sattem Grün „bewirtschaftet“.
Betreffend Landkarte würde die Zufahrt in das Grundstück zu zwei Häuser, welche vom Hintereingang geteilt, im Wald stehen. Und sie standen da. Nur vor lauter Obstbäume hatte ich nicht keine Sicht darauf. Macht nichts. Sicher werde ich eines Tages einen Blick darauf werfen dürfen.
Der Weg führte wieder zwischen die Bäume und in den Wald. Mit mittlerweile schweren Schritten wanderte ich auf ebenen Untergrund den Pfad entlang. Gefolgt von einem Rinnsal rechts neben dem Weg, welcher sich sanft dahin rann.

An einer Kreuzung kam ich vorbei. Hier erwartete mich eine Sitzbank, auf der ich kurz pausierte. Mehr wie kurz, denn hinter mir beugte sich ein Baum in Richtung Bank, auf der ich saß.
„OK, dann eben nicht.“ Mit diesem Gedanken erhob ich mich wieder und zog von dannen, um nicht eine auf dem Kopf zu bekommen. Aufgrund der beiden Vorfälle wurde ich etwas vorsichtig. Der geschotterte Weg war an manchen Stellen grob und ich musste ein paarmal aufpassen, um nicht umzuknicken.
Das wäre aber hier „Wuascht“. Günther würde mich sicher abholen kommen, wenn ich ihn anrufen würde.
Wuascht! Die Antwort auf alle Ereignisse : Günther anrufen.
Das Wasser wurde jetzt links sichtbar und hier wurde die Nässe ebenso gesammelt abgeleitet. Meine Beobachtung wurde lehrreich in mich eingesogen. Einerseits war das Laub der Bäume rechts grün, auf der anderen Seite waren die Bäume schon anfänglich gelb.

Der Boden rechts hatte mehr Wasser zur Verfügung. An den Baumstämmen und an den Blättern sah ich, dass es dieselbe Art war. Also Boden ist nicht gleich Boden.
Dabei rief ich mir am Wegesrand die Fährte der Wildschweine ins Gedächtnis. Hier wühlen sie genauso herum, wie sonst wo. Und recht haben sie! Den Boden ackern sie durch und deshalb brauchen wir Menschen das nicht.
Ah ja, jetzt vermische ich in Gedanken die Hausschweinhaltung mit den Wildschweinen. Wie heißt die Doku. „Der Bauer und der Bobo?“ Ja, ich hab soeben bei Google nachgelesen. Der Film wurde 2022 gedreht. Da könnten wir uns einiges abschauen.
So i glaub, i bin jetzt fertig und wünsche euch, in diesem Sinne, Motivation und Freude für die nächste Tour. Alles Liebe!
Manuela Riegler, 13. Oktober 2024










