Lieber Gott, Manitu, Allah, Hunab Ku, Baal … oder wie immer du genannt werden möchtest.
Namen haben dir wir Menschen ja viele gegeben. Und auch unabhängig davon, ob du nun einer, oder viele bist, auch da gehen die Meinungen der Kulturen gestern, heute und vermutlich auch morgen, ja auseinander. Auch ganz gleich ob du weit weg oder ganz nah bist. Wir haben etwas zu besprechen!
Nun, wie du sicherlich schon weißt, liegt meine Gefährtin auf einer irdischen Intensivstation in einer Universitätsklinik. Und kämpft dort seit mehr als zwei Wochen um ihre irdische Existenz. Um „ihr Leben“ wie wir Menschen dazu sagen. Warum das so ist? Das ist eine sehr gute Frage. Deren vollständige Antwort vermutlich nur du kennst.
Ich versteh es halt nicht so ganz. Da kenne ich Menschen, die eine ganz andere Lebensqualität führen. Menschen die in wenig bis keiner Weise etwas mit dem „Glauben“ (so nennen wir es hier) am Hut haben. Aber Manuela … glaubt. So wie ich auch. Verzeih uns an dieser Stelle, das wir nicht deiner selbst ernannten irdischen Vertretung, der Kirche, huldigen, aber mit dem klerikalen Marketing und Co. haben wir es nicht so. Aber wir glauben. Tief und fest. Das taten wir schon immer.
Wir glauben an die Natur. Wir glauben an die Menschlichkeit. Wir glauben an etwas Größeres über uns. Wir glauben an Übersinnliches. Und wir glauben oft auch, dass Aliens existieren (wäre ja eine ziemliche Platzverschwendung, das Universum ohne weiteres Leben). Wir glauben an Selbstverantwortung und daran, dass Gedanken Wirkung und Auswirkungen haben. Und Reaktionen hervorrufen. Wir glauben an das Gute. Ja, wir glauben sogar auch an die Medizin und würden eine stärkere Zusammenarbeit von Schul- und Alternativmedizin begrüßen. Wir glauben an so vieles … aber vor allem an die Liebe.
Nun, ich fahre jetzt gleich zu dem Menschen der mir am meisten bedeutet in diesem Jetzigen, meinem, Leben hier auf dem Planeten Erde. Wir sind in Liebe verbunden. Und wir möchten weiter glauben. An ein glückliches Leben. Gemeinsam. Daran noch viele gute Dinge zu tun. Aber auch für das Gute zu kämpfen, wenn es die Zeit gebietet. Wir möchten auch einiges ändern, was in der Vergangenheit nicht so gut gelaufen ist. Dazu bräuchten wir aber eine Chance.
Also … mein Schatz wird heute mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Art Aufwachphase übergeleitet. Also eher, wieder weg von dir? Ja, ich weiß, du liebst sie auch. Ich aber ebenso. Aber jeder vermutlich auf seine Weise. Meine irdischen Möglichkeiten sind ja begrenzt. Aber selbst diese versuche ich mitunter zu überschreiten, um ihrer Liebe gerecht zu werden.
Kommen wir zum Punkt. Obwohl ich sicher nicht das bin, was man hier auf Erden als einen „guten Menschen“ bezeichnen würde, glaube ich aber doch mein Herz irgendwie am rechten Fleck zu haben. Und Manuela hat es sicherlich auch ziemlich genau auch dort. Was wäre also, wenn du uns gestattest, das irdische Leben hier noch viele Jahre gemeinsam zu verbringen? Zwei Herzen am rechten Fleck. Die glauben. Und lieben. Was wäre, wenn du unseren Weg weiter verfolgen könntest, wie wir unser Leben weiter gestalten? Versprechen kann ich dir nichts, das wäre vermessen, und wir beide wissen, wie oft, mitunter täglich, Versprechen gebrochen werden.
Aber was ich dir sagen kann, ist: Ich glaube. Und ich liebe.
Ich glaube daran, dass du Leben ermöglichen kannst.
Hallo? Du bist Gott (oder wie immer du genannt werden möchtest)!
Und ich einer unter Milliarden Menschen. Aber ich habe mal wo gelesen, dass du „alle deine Schäfchen liebst“.
Kurzum: Lass Manuela und mich noch viele Jahre, hier auf Erden, glücklich sein und ein schönes Leben führen.
Die Ewigkeit danach … gehört dir.
Haben wir einen Deal?
In Demut, Günther
Zusatzartikel: Im Falle einer Reinkarnation müssten wir unser Abkommen neu verhandeln (ich weiß du hast Humor).
Anmerkung: Wir hatten ja schon miteinander zu tun … du erinnerst dich? Gebrochene Wirbelsäule, Scheunentor am Kopf, ein paar zerstörte Autos, usw. Du erinnerst dich? Ja, genau – wir kennen uns. Und wir haben immer eine Lösung gefunden, aus der ich gelernt habe. So wie ich jetzt wieder bereit bin … zu lernen. Ich hab es wieder kapiert. Manuela sicher auch.
Günther Schranz, 15. Juni 2023
Dieser Text ist Teil des Tagebuch einer Gehirnblutung | Tag 18


